03.02.12, 16:29 Kältewelle durch "Cooper"
Russland kürzt Gaslieferung nach Deutschland
Wegen der eisigen Kälte im eigenen Land hat Russland die Gaslieferungen nach Europa deutlich gedrosselt. Vor allem die Länder in Osteuropa sind betroffen. Aber auch in Deutschland kommt weniger an.
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Eine russische Gasmesstation in Sudscha
Angesichts der Kältewelle im eigenen Land liefert Russland weniger Gas in die Europäische Union. Betroffen seien bislang acht Länder, sagte die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Freitag in Brüssel. Dazu zählten Italien, Griechenland, Österreich, Polen, Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien. Besonders stark sei die Liefermenge in Österreich gesunken, wo 30 Prozent weniger Gas angekommen sei als gewöhnlich. In Italien betrage der Rückgang 24 Prozent.
Auch Deutschland ist betroffen: Gazprom habe die Lieferung um ein Drittel reduziert, teilte ein E.on-Sprecher auf FOCUS-Online-Nachfrage mit. Er betonte aber, dass sich die Kunden keine Sorgen machen müssten. Die Gasspeicher seien gut gefüllt. Eine Sprecherin von RWE bestätigte die Angaben ihres Kollegen.
Genügend Vorräte
Auch die EU gibt Entwarnung: Verbraucher und Industrie müssten keine Engpässe befürchten. "Wir befinden uns nicht in einer Notfallsituation", sagte die Sprecherin. "Die Erdgaslager in der EU sind voll." Jeder Mitgliedstaat habe Vorräte für einen Monat, zudem könnten sich Länder bei anderen Staaten Gas zukaufen.
Dabei betonte die Sprecherin, dass es die Lieferverträge Russland durchaus erlaubten, die Lieferungen nach Europa zu drosseln, wenn das Land mehr Gas für den Eigenbedarf benötige. "Die Verträge geben Russland diese Flexibilität. In Moskau war es in den vergangenen Tagen minus 20 Grad kalt." Die EU stehe im Kontakt mit den russischen Behörden und habe auch Experten hinzugezogen.
Der russische Energiekonzern Gazprom hatte am Donnerstag Lieferkürzungen dementiert und die Ukraine indirekt beschuldigt, illegal Gas aus Transitleitungen abzuzapfen. Zwischen Russland und der Ukraine gibt es immer wieder Streit um Gaslieferungen und -preise. Zuletzt hatte ein "Gaskrieg" 2009 zu wochenlangen Lieferengpässen auch in der EU geführt. Danach hatten die EU-Staaten ihre Lager ausgebaut und nach Alternativen gesucht.
(csf/dpa)